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Warum ist Kontinuität wichtig?

Lesezeit: 6 Minuten

Ist es nicht. Zumindest nicht in einem absoluten Sinn. 🙂 Aber ich habe für mich entschieden, es zur Priorität zu machen, ausnahmslos täglich zu meditieren.

Als ich vor 5 Jahren das erste Mal meditiert habe, spürte ich direkt, dass dies genau die fehlende Komponente in meinem Leben war: sitzen und bewusst nichts tun. Zunächst meditierte ich nach Gefühl, wann immer ich gerade Lust hatte.

Warum sollte ich nicht meditieren?

Ich merkte jedoch nach einiger Zeit, dass das Vermeiden der Meditation eine Flucht ist. Warum sollte ich mich jetzt nicht für 5 Minuten still hinsetzen und mein Handy weglegen? Was hindert mich daran? Ich spürte, dass es etwas gab, was sich gegen diese simple Entscheidung gewehrt hat. Etwas was nicht gesehen werden wollte: Unverarbeitete Gefühle, die im Körper schlummerten.

Mir wurde bewusst, dass ich nur ein Spielball meiner Gefühle bin, wenn ich nicht täglich meditiere. Denn es gibt keine Ausrede dafür, mindestens 5 Minuten am Tag alles bei Seite zu legen und ins Innere zu schauen. Sollte es doch eine Ausrede geben, muss diese ziemlich blöd sein. 🙂

„Meditiere täglich 20 Minuten, es sei denn du hast keine Zeit, dann meditiere eine Stunde.” – Altes Zen Sprichwort

Startschwierigkeiten sind normal

Mein erster „Anlauf” hielt für ca. 6 Monate an. 20 Minuten täglich. Es lief glatt, bis ich eines Tages auf eine Party eingeladen war. Ich plante die Meditation auf der Party im WC zu machen, um mich dort zu sammeln und etwas Ruhe zu tanken. Jedoch ist das nicht passiert. Ich hab’s vergessen. Als es mir am nächsten Tag einfiel, brach die gesamte Motivation, weiter zu meditieren, zusammen – wie eine Backsteinwand (auf diese Metapher komme ich später noch zurück).

Es vergingen einige Tage und ich schaute mir ein Video meines Lieblings-Youtubers zum Bereich Selbstentwicklung und Spiritualität an. Dort sprach er von dem Aufbau einer „Infrastruktur“: Ein Rahmen, der einen dazu bewegt, die gesteckten Ziele zu erreichen. „Ich möchte täglich meditieren. Ich möchte aber auch kaum Willenskraft anwenden müssen. Wie kann ich mich dazu bringen, täglich zu meditieren?”, fragte ich mich.

Der Gedankenblitz

Da machte es „Klick”: Mir fiel ein, dass es mir noch immer sehr wichtig ist, was andere von mir denken. Aber diesmal konnte ich es als Vorteil nutzen. Ich nahm einen Stift und Papier und skizzierte den ersten Entwurf meines Plans: Eine Instagram-Seite auf der ich täglich meine Meditation poste. Somit erzeugte ich mir selbst eine Kraft (sozialen Druck), die mich dazu bringt, zu meditieren. Genau so, wie als würde ich ein Nashorn engagieren, mich morgens aus dem Bett zu holen und zu verfolgen, damit ich täglich jogge. 🙂 Außerdem kann ich dadurch die Meditation reflektieren und andere inspirieren, was eine zusätzliche positive Motivation für mich und somit eine Win-Win Situation für alle ist. Fast vier Jahre später läuft dieser Plan noch immer wie geschmiert. 🙂

Disziplin baut sich auf

Ich merkte nach einigen Monaten, dass sich ein bestimmtes Gefühl in Bezug auf die Meditation bei mir einschlich: Disziplin (def.: „das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu vertreten”). Jedoch fühlte es sich nicht nach einer Herrschaft an, sondern viel mehr nach einem angenehmen Gefühl tief in der Brust, welches mir nicht erlaubte, eine bestimmte Grenze zu überschreiten. Nämlich die, nicht zu meditieren. Dies zeigte sich besonders, als ich in einer Nacht Essen bestellte, sehr starken Appetit hatte, jedoch noch vor Mitternacht mit der Meditation beginnen wollte.

Das Essen kam verspätet an und ich hatte nur 5 Minuten Zeit mich zu stärken, bevor ich eine Stunde lang still sitzen sollte. Während ich das Essen in mich reinschaufelte, schielte ich mit einem Auge rüber zur iPhone Uhr, um vor 00:00 Uhr zu beginnen. Es war 23:59 Uhr und ich dachte mir: „Nur noch einen Bissen…” – Plötzlich schlug es Mitternacht und ich beobachtete, wie mein Körper ruckartig die Gabel aus der Hand schmiss, die Hände in den Schoß legte und die Augen schloss. Ich musste gar nichts tun! Klar, habe ich in dem Moment eine Sekunde zu spät angefangen, jedoch zeigte mir dies, dass ich vollkommen loslassen kann – mein Körper wird schon meditieren. 🙂

Die Backsteinwand und das Nashorn

Kommen wir auf die zuvor verwendete Metapher zurück: Du kannst deine Meditationsgewohnheit als eine Backsteinwand ansehen. Mit jeder Meditation legst du einen Stein dazu und die Wand wird höher, fester und es wird schwieriger, sie zu übersteigen. Somit bleibst du auf der Seite der täglichen Meditation und es wird schwieriger auf die Seite des Nicht-Meditierens zu kommen. Setzt du jedoch einen Tag aus, ist es nicht so als würdest du keinen Stein dazulegen oder etwa wegnehmen, nein. Das Nashorn kommt und brettert mit voller Wucht durch deine Wand durch! 🙂 Da bleibt leider nicht viel übrig und du startest gewissermaßen von neu.

Dies soll dir keinen Druck machen oder zur Verzweiflung führen, falls du immer wieder Lücken in deiner Gewohnheit hast. Vielmehr soll es dir zeigen, dass du dich als Hauptpriorität sehen sollst! Lass keinen Umstand oder eine Gefühlsregung Grund dafür sein, dir nicht wenigstens ein bisschen Zeit am Tag für dich zu nehmen. Was gibt es Wichtigeres?

Ich wünsche dir eine gelungene Meditation.

Dein Adnan

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