Meditationstechniken

Wie meditiere ich?

Lesezeit: 3 Minuten

Diese Frage lässt sich erstmal pauschal nicht beantworten. Für mich ist Meditation wie Luft: keine feste Form, passt sich an den Raum an, ist da, aber nicht sichtbar. Somit gestalte ich mir meine Meditation (was auch immer man unter diesem Begriff versteht) so, dass sie sich meinem Tag anpasst. Für mich ist es keine Option, einer festen Technik zu folgen und diese meine Leben lang beizubehalten. Diese Willenskraft kann und möchte ich nicht mehr aufwenden.

Stattdessen frage ich mich jedes Mal vor der Meditation, auf welche Technik ich Lust habe. Und das erkenne ich wiederum durch Beantwortung folgender Fragen:

Wie fühle ich mich? – Es gibt Tage an denen alles glatt gelaufen ist, ich sehr viel Energie habe und es gerade gedanklich und emotional nichts zu lösen gibt. Ich habe somit hohe Kapazitäten. An solchen Tagen habe ich manchmal das Bedürfnis, mich vollends auf den Atem zu konzentrieren. Meine gesamte Kraft und Aufmerksamkeit in jeden Atemzug zu stecken, um mein Level an Präsenz auf ein Maximum zu bringen. Diese Herangehensweise ist vielleicht nicht optimal, da hier “Willenskraft” und “Kontrolle” angewandt werden, jedoch ist es wichtiger, diesem Bedürfnis und der Technik zu folgen.

Höre auf das innere Gefühl

An anderen Tagen bin ich emotional ausgelaugt, gestresst, habe psychosomatische Schmerzen und Verspannungen, sprich: ich kann nicht mehr. Mich an solchen Tagen dazu aufzuraffen bewusste Kraft aufzuwenden, um mich auf ein Objekt zu konzentrieren, würde früher oder später zu einem Einbruch meiner Meditationspraxis führen. Außerdem kann es sein, dass so starke Emotionen und Themen in mir brodeln, dass es im Vergleich absolut unwichtig wirkt, mich auf meinen Atem zu konzentrieren. Die Gefühle wollen gefühlt und die Themen reflektiert werden. An solchen Tagen bieten sich geführte Meditationen (die evtl. genau das Thema behandeln) an, das bewusste Beobachten von Gefühlen und Gedanken, oder auch das Verarbeiten von Emotionen durch Töne machen. Jedoch sind auch dies Techniken, bei denen man nicht komplett alles zulässt, sondern einen Fokus und ein Ziel hat. Manchmal ist es besonders effektiv einfach gar nichts zu tun und den Schmerz und Stress von alleine arbeiten zu lassen, bis er sich etwas auflöst.

Einfach “Nichts tun”?

Das “Nichts tun” ist die “Technik”, die ich zu ca. 80% der Zeit verwende. Jetzt fragst du dich vielleicht: Ok Adnan, was bedeutet das? Nichts tun?

Ich verstehe darunter mich hinzusetzen, nicht zu bewegen, meine Augen zu schließen und…fertig. Alles, wirklich alles darf in diesem Rahmen passieren. Die gesamte Meditation kann mit Gedanken gefüllt sein. Das ist ok. Mein Verstand lenkt von meiner Emotion ab und möchte diese nicht fühlen. Das ist ok. Ich fange an zu weinen oder zu lachen. Auch das ist ok. Jedoch gibt es hier eine feine Unterscheidung, die man erst mit etwas Übung versteht. Ich beeinflusse nichts aktiv! Das bedeutet, sobald ich merke, dass ich einem Gedankengang folge, lasse ich diese Aktivität wieder los. Ich denke also nicht mit Absicht über etwas nach. Ich fühle auch nicht mit Absicht irgendwo hinein. Ich lenke mich nicht mit Absicht ab. All diese Dinge können passieren, ich tue sie jedoch nicht bewusst. Ich bin einfach da und reduziere mein Tun auf Null. Und selbst diese Reduktion nehme ich nicht bewusst vor, weil es wieder ein tun wäre.

Fazit

Wie du merkst, ist Nichts tun etwas paradox und garnicht so einfach zu definieren. Ich kann es für mich nur so beschreiben, dass ich mir absolut keine Mühe gebe und mir alles egal ist. Vielleicht kannst du ja ähnliche Sätze für dich vor der Meditation formulieren, um in die richtige “Stimmung” zu kommen.

Wie auch immer du meditierst, achte darauf, dass du nicht einschläfst und dich möglichst nicht bewegst. Damit machst du schon viel richtig.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Dein Adnan

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